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Radsport in Waldrems

Zu Beginn des Jahres 1914 treten 13 Männer zusammen und gründen einen Verein mit dem wohl klingenden Namen "Arbeiter-Radfahrverein Waldeslust Waldrems".

Noch heute bekannte Namen befinden sich unter den Gründern:

Hermann Bacher, Otto Bacher, Karl Kronmüller, Gottlob Stiefele, Karl Sanzenbacher, Karl Schüle, Wilhelm Schif, Friedrich Sanzenbacher.

Auf dem Programm stehen gemeinsame Fahrradtouren zu den in der engeren und weiteren Umgebung ebenfalls gegründeten Arbeiter-Radfahrvereinen. Man beteiligt sich mit geschmückten Fahrrädern an Umzügen und bringt manche Bewertung für die beste Ausschmückung nach Hause. Stolz tragen die Männer ihre Kappen mit dem Sternabzeichen.


Die Gründer 1914

Die Vereinstätigkeit wird jäh durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrochen.

Alsbald nach dem Ende dieses schrecklichen Krieges wird die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen.
Wanderfahrten und Besuche der befreundeten Vereine bestimmen das Vereinsleben. Die Mitgliederzahl wächst auf über 30 an. Auch Frauen sind mit dabei. Die sportlichen Aktivitäten nehmen zu. Im Saal des Gasthauses Lamm üben die Waldremser Reigenfahren auf sogenannten Saalmaschinen. Auch Einrad-Kunstfahren und Steuerrohrfahren im Reigen wird mit Erfolg betrieben.

Eine erste einfache offene Holztribüne bauen sich die Radfahrer im Garten des Lammwirtes Gotthilf Motzer.

Die Fahnenweihe des Vereins anläßlich des 10-jährigen Vereinsjubiläums im Jahr
1924 wird mit großer Beteiligung der benachbarten Vereine in festlichem Rahmen gefeiert.


Dieses Banner ist heute noch im Besitz des Vereins.

Zur Feier lassen die Radfahrer ein Gruppenfoto machen:

Auf diesem Foto sind zu sehen:
Gotthilf Winter, Otto Hieber, Mathilde Lay, Elsa Nesper, Anna Winter, Hermann Dais, Martha Winter, Berta Dais, Helene Feyl, Robert Winter, Gottlob stiefele, Albert Winter, Anna Kronmüller, Helene Zeltwanger, Ernst Schüle, Emma Doderer, Friederike Dais, Karl Bacher, Karl Winter, Eugen Doderer, Sophie Winter, Wilhelm Knörzer, Fritz Dais, Gotthilf Dais, Otto Schüle, Albert Nesper, Albert Kress, Eugen Nesper, Albert Lay, Otto Kurz, Gottlob Schlichenmaier, Maria Motzer und einige mehr, deren Namen wir leider nicht feststellen konnten.

 

Um 1925 erhält der Verein den Namen: "Rad- und Kraftfahrer-Bund Solidarität, Ortsgruppe Waldrems". Kraftfahrer mit Motorrädern treten in den Verein ein.

Mit dem Sport geht es weiter bergauf. Das Steuerrohrfahren wird überbezirklich betrieben. Radball und Rasenradball erfreuen sich bei den jüngeren Mitgliedern großen Zuspruchs (Otto Hieber, Ernst Schüle, Paul Winter und Gustav Winter).
Bekannt werden die Waldremser mit ihrem Kunststück 12 Mann auf einem Rad: Sattel 3, Lenker 3, Hinterradnabe 2, Vorderradnabe 2, Pedale 2.
Ein heute unbekannter Wettbewerb ist das Langsamfahren auf einer Strecke von 5O m Länge und in 1 m breiter Spur.


Ernst Schüle

1927 bekommt die offene Tribüne ein Dach. Ein Baugesuch, beantragt vom damaligen Vorstand Otto Schüle, genehmigt der damalige Schultheiß Bäuerle beim Schultheißenamt Waldrems.
Die Jahre danach erhält die Halle eine Verschalung.


Baugesuch 1927

1929 und 1930 nehmen Paul Winter und Gustav Winter an den Württembergischen Jugendmeisterschaften und an den Süddeutschen Meisterschaften in Nürnberg erfolgreich teil.

1933 wird der Verein unter der Herrschaft der NSDAP verboten und sein Vermögen beschlagnahmt.

Eine lange Zwangspause folgt.

Erst nach dem Krieg nimmt der Verein unter
Albert Winter seine sportliche Tätigkeit wieder auf. Mit dabei sind:
Heinz Dais, Siegfried Winter, Friedrich Dais, Albert Kress, Gotthilf Stecker, Paul Winter, Hermann Dais, Otto Hieber, Gottlob Schüle und Robert Winter.

Die Mitgliedsbeiträge betragen für Erwachsene 2,-- DM, für Jugendliche 1,-- DM und für Schüler -,30 DM im Vierteljahr. Ferner wird von allen Mitgliedern ein jährlicher Sozialbeitrag von 1,-- DM erhoben.

Die Waldremser beginnen mit Reigenfahren auf Saalmaschinen. Sie üben im Saal des Gasthofes Lamm.

Bis
1953 ist die Zahl der Mitglieder vor allem durch Schüler auf 43 gestiegen. Weitere Saalmaschinen und 6 Einräder werden beschafft.

Das 40-jährige Bestehen des Vereins feiern die Mitglieder mit einem Sommerfest am 3. und 4. Juli
1954. Im Jubiläumsjahr beschließt der Verein den Bau einer Sporthalle, die im September mit einem Jugendsportfest eingeweiht wird. Endlich kann jetzt auch Radball gespielt werden. Noch 1954 beschafft der Verein zwei Radballtore.
1955 werden Radballmaschinen gekauft, damit die Radballer nicht mehr mit den Reigenmaschinen spielen müssen.

Die nächsten Jahre befaßt man sich mit dem weiteren Ausbau der Sporthalle, wobei die Finanzierung teilweise über den Verkauf von sogenannten "Bausteinen" erfolgt.
1956 wird das Vereinsheim (Anbau) fertig.

Regelmäßig veranstaltet der Verein Kappenabende, Maifeiern, Sommernachtsfeste mit Tanz und Sport - im Protokoll von 1959 wird hervorgehoben, daß erstmals seit Wiederaufnahme des Vereinslebens eine Abordnung des Gesangvereins am Sommernachtsfest teilgenommen habe -.
Die Veranstaltung von Sportfesten, Turnieren und die Teilnahme an den verschiedensten Wettbewerben füllen die Vereinsmitglieder voll aus.


Radsport in der alten Halle

 

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